Ohne Grün wird’s grau – Vom grünen Daumen und dem grünen Gewissen und warum Daumen drücken alleine nicht hilft

Oft werden wir mit der Frage konfrontiert, ob es die Grünen noch braucht, weil die anderen Parteien ja auch alle Umweltschutz machen – irgendwie. Nun, im Saarland haben CDU und SPD in den letzten 5 Jahren das Gegenteil bewiesen. Was nutzt ein grüner Anstrich, wenn man unfähig oder unwillig ist grün zu handeln? Einen gut funktionierenden botanischen Garten ohne Not platt zu machen, das zeigt schon, dass da irgendwie der grüne Daumen fehlt. Und beim Thema Glyphosat fehlt dann auch noch das grüne Gewissen. Das Unkrautvernichtungsmittel steht nicht nur im Verdacht krebserregend zu sein, sondern birgt auch ein enormes Risiko für die Biodiversität, weil es alle unerwünschten Pflanzen und deren Samenvorräte auf Äckern, Wiesen, wegen und Plätzen vernichtet. Die Bürger*innen wollen das Pestizid nicht. Das zeigt die im Februar gestartete Europäische Bürgerinitiative gegen Glyphosat, die innerhalb kürzester Zeit fast eine halbe Million Unterstützer*innen gefunden hat. Der Umweltminister hätte die Möglichkeit, Glyphosat auf landeseigenen Flächen zu verbieten. Tut er aber nicht. Verantwortungsvolle Umweltpolitik sieht anderes aus, Herr Jost!

Schön ist es, dass es im Saarland bereits 16 % Öko-Landbau gibt, aber da gibt es noch ordentlich Luft nach oben. Die Nachfrage nach regionalen und Bioprodukten nimmt stetig zu, viele saarländische Landwirte, gerade aus dem Bereich der Milchviehbetriebe, wollen umstellen auf Öko. Große Chance, das sollte man fördern. Tut der Umweltminister aber nicht. Stattdessen Förderstopp. Wir möchten ihn aufheben und weitere Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) zur Förderung der Betriebe umwidmen. Das Saarland könnte sogar die Öko-Musterregion von Deutschland werden. Wenn man’s ordentlich anpackt.

In Neunkirchen gibt es das Naturschutzgroßprojekt LIK.Nord. Sollte man als Umweltminister schützen und voranbringen, oder? Nein, das gilt nicht mehr, wenn es einen Investor für einen Mega-Markt gibt. Naturschutz darf halt nicht allem im Wege stehen, meint sein Staatssekretär. Solche Märkte sollen laut Landesentwicklungsplan aber eigentlich auch nicht mehr auf die „Grüne Wiese“. Wenn also der Umweltminister nicht seiner Aufgabe nachkommt, müsste das den für Landesplanung zuständigen Innenminister einhaken lassen, oder? Nein, tut er nicht. SPD-Kumpel Reinhold Jost und sein CDU-Kumpel Klaus Bouillon sind sich einig und unterstützen unisono das Projekt der Stadt Neunkirchen, das Waldstück Betzenhölle abzuholzen und vor den Toren Neunkirchens einen Mega-Markt zu bauen, der die Innenstadt von Neunkirchen und die Ortskerne der umliegenden Gemeinden vereinsamen lassen wird.

Beim Thema Grubenwasser, also der geplanten Flutung der ehemaligen Gruben, sind wir Grüne die einzige Partei, die sich ernsthaft um den Schutz des Trinkwassers sorgt. Denn es besteht die große Gefahr, dass sich die in den Gruben lauernden Giftstoffe mit dem Trinkwasser vermischen. Deshalb kämpfen wir dafür, dass der Erblastenvertrag mit dem Unternehmen RAG eingehalten wird und das Grubenwasser weiter abgepumpt wird.

Umweltpolitik und Landesplanung – irgendwie funktioniert das nicht, wenn es von der GroKo in die Hand genommen wird. Die anderen Parteien haben uns also nicht den Umweltschutz weggenommen. Im Gegenteil: Wir sind immens wichtig, denn einer muss sich ja ernsthaft um die Belange der Umwelt kümmern – nicht grün angemalt, sondern aus grüner Überzeugung.

Im Haustürwahlkampf und an den Infoständen sagen mir das ganz viele Menschen. Sie wollen, dass GRÜN stark im Landtag bleibt, viele drücken die Daumen. Das tut gut, gerade jetzt, wo wir ganz schön kämpfen müssen. Doch Daumen drücken alleine hilft nicht: Wer wirklich will, dass die Grünen im Landtag bleiben, sollte am 26. März GRÜN wählen und nicht darauf warten, dass es ein anderer tut. Nur dann klappt das! Und das soll es, denn: Ohne GRÜN wird’s grau.

 

 

 

 

 

 

 

Print Friendly, PDF & Email

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld